Inzwischen finde ich den Ausdruck Web 2.0 langsam so abgenudelt und einfach furchtbar. Also, kurze Definition, was Web 2.0 für mich ist: Interaktiv, Anpassungsfähig und Innovativ. In dieser Serie will ich euch in unregelmäßigen Abständen (ich versuch eine Woche) jeweils ein paar Webseiten vorstellen, die meiner Meinung nach absolut genial sind. Los geht es mit Musik.

Last.FM

Last.FM nennt sich selbst “The Social Musik Revolution”. Last.FM spielt Musik. Nicht irgendeine Musik, DEINE Musik. Das heißt, wenn du das willst. Die wichtigste Komponente ist ein eigenständiger Player, der unter allen gängigen Betriebssystemem läuft. Dieser Player klingt sich in die verschiedenen Radiostationen ein, die Last.FM bereits fertig anbietet. Da gibts es alles, von Rock über Alternative bis hin zu Pop oder Rap.


Da laufen dann die Songs zum jeweiligen Thema. Das beste: Der Player bietet eine “Skip”-Taste. Damit kannst du das aktuelle Lied überspringen. Außerdem kannst du dem Lied noch ein Herz geben, was bedeutet, dass du mehr von diesem Song oder diesem Interpreten hören willst. Kommt wirklich totaler musikalischer Durchfall (etwa die Jungs von der Shanghai-Absteige) kannst du den Song für immer bannen.
Natürlich gibts noch mehr Optionen, etwa das Tagging oder die Möglichkeit zu einem Song ein Journal (Blog) zu schreiben, dass dann auf deiner persönlichen Last.FM-Homepage veröffentlicht wird. Der Dienst merkt sich zudem die Musik, die du hörst und schlägt die Nachbarn vor, also Leute, die dieselbe Musik hören. Kostenlos ist es noch dazu.

Die Musikauswahl ist sehr gut, auch viele deutsche Künstler, etwa Die Ärzte oder Seeed, sind dabei

Pandora

Pandora arbeitet ähnlich wie Last.FM. Ihr gebt einen Interpreten oder einen Titel ein und das Music Genome Project sucht euch passende Songs dazu aus. Das funktioniert sehr gut und man entdeckt so eine Reihe von guten Künstlern, auf die man sonst nie im Leben getoßen wäre. Sehr genial. Auch hier gibt es eine Skip-Taste, allerdings ist die Anzahl der übersprungenen Lieder pro Stunde beschränkt.

Der Pandora-Player ist ein reines Flash-Konstrukt, wird also komplett über den Browser gesteuert. Die Musikauswahl ist extrem gut und umfangreich, meiner Meinung nach das perfekte Webradio. Eine Anmeldung ist nicht unbedingt notwendig, allerdings kann Pandora mit einem Account eure Stationen für euch speichern.

The Hype Machine

Die Hype Machine ist meine neueste Entdeckung, danke an idolator. Die Homepage greift die verschiedenen Musik-Blogs im Web ab und lässt euch deren Musik abspielen. Dabei habt ihr Zugriff auf die aktuellen Playlists, die bebliebtesten Songs oder ihr durchsucht einfach die Webseite. Sehr cool.

Der Player funktioniert als Standalone-Flash-Version, außerdem gibt es ihn für Winamp, iTunes, Windows Media Player oder den Real Player (nimmt den noch wer her?). Musikauswahl liegt an den Bloggern, aber ich hab ziemlich gute und aktuelle Musik gefunden. Außerdem gibt es hier absolut geniale Remixes. Account braucht ihr keinen, die Website steht allen offen.

Yahoo Music

Die Multimediaplattform formerly known as Suchmaschine (vor Google ;) ) hat auch ein eigenes Musik- und Video-Portal. Eine Yahoo-ID ist notwendig, dafür erhaltet Ihr eine gute Auswahl aktueller und ältere Lieder und Interpreten.

Yahoo setzt allerdings konsequent auf den Windows Media Player, deswegen funktioniert die Seite auch nur im IE richtg, naja. Auch hier könnt ihr Interpreten und Lieder bewerten und so die Auswahl beeinflussen. Nettes Ding, vor allem, wenn man ein Musikvideo sucht oder einfach Mainstream hören will.

Das sind die Top-4-Seiten, die mir für Internetmusik einfallen. Daneben gibt es natürlich noch massig Musikstreams. Ganz vorne ist meiner Meinung nach Radio Wazzee, denn als einziges mir bekanntes Radio können die Nutzer hier direkt die Auswahl bewerten. Dann natürlich noch die Klassiker rund um Shoutcast. Aber ganz ehrlich mit den Social Radios (Obacht: Buzzword-Alarm) sind die normalen Streams für mich größtenteils gestorben. Besonders Pandora ist deutlich besser.

Wie immer gilt: Wenn ihr was kennt, was ich vergessen hab, dann schreibt es einfach in die Kommentare.

Update: Einen ziemlich interessanten Artikel dazu gibt es auch beim Kreativrauschen: “Musik finden, die Du magst“. Danke an Flo. Der nächste Teil befasst sich dann aller Vorraussicht nach mit Bookmarking-Tools.

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